Siegerehrung JUNG & ABGEDREHT No. 10

Preisträger & Jurybegründungen

Young Professionals – Platz 1: „KÖNIG“ von Emily Ufken

Jurybegründung: Die kongeniale Verbindung von Animation und dokumentarischem Inhalt, die starken visuellen Metaphern und die vielen Details in den Zeichnungen machen den Film zu einem ganz besonderen Erlebnis – genauso wie der gute Rhythmus in der Erzählung, der hervorragende Tonschnitt und das subtile Sounddesign, das Atmosphäre schafft, sich dabei aber nie in den Vordergrund spielt. Die toll gesprochenen und teils sehr berührenden Schilderungen des Protagonisten wirken sehr persönlich und vermitteln eine große Nähe zum Thema. Insgesamt eine außergewöhnliche Kurz-Doku, die auf eigenständige Art und Weise viele Aspekte der Spielsucht in ruhigem Ton anspricht, ohne dabei moralisch zu eifern – die abschreckt, ohne drastisch werden zu müssen. Ein würdiger, respektvoller Beitrag zum Thema Sucht mit einem Ende, das bei aller Ernüchterung auch Hoffnung macht.

 

Young Professionals – Platz 2: „LIPOGRAMM“ von Felix Bausch

Jurybegründung: Der Film ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit unangenehmen Gefühlen während einer inhaltsleeren Unterhaltung – voller Abstraktion, bitterer Ironie und Übertreibung. Das reduzierte Szenenbild und der expressive Soundtrack unterstreichen die bedrückende Atmosphäre des Ausgegrenztseins auf intensive Weise, und in Verbindung mit einer starken Schauspielerführung und hervorragenden Montage entsteht ein eindrücklicher Kurzfilm, der nachhaltig Spuren hinterlässt.

 

Young Professionals – Lobende Erwähnung: „WENN FISCHE FLIEGEN KÖNNTEN“ von Birte Rauch

Jurybegründung: Ein origineller Animationsfilm über die Tücken von Bewerbungsgesprächen mit reduzierten, phantasievollen Animationen und einer humorvollen, verfremdeten Erzählung. Insgesamt ein leidenschaftliches Plädoyer für´s Authentischsein und eine eindringliche Ode an die Kraft der Phantasie.

 

Musikvideos – Platz 1: „BROWN-EYES WHITE BOY – LILA“ von Noemi Liv Nicolaisen

Jurybegründung: Ein überraschendes Musikvideo mit origineller Choreographie, herausragender Arbeit mit Farben und Formen und passenden visuellen Effekten, das Musik- und Bildebene gekonnt miteinander verschmelzen lässt. In Verbindung mit einem starken Szenenbild und gut ausgewählten Kostümen entsteht ein experimentelles, durch und durch ästhetisches Kunstwerk in Musikvideo-Form, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

 

Musikvideos – Platz 2: „PAUL SIES – NULLLEBEN“ von Paul Sies

Jurybegründung: Ein liebevoll illustriertes Musikvideo, dessen bewusst einfach gehaltene Animationen gut zur Musik passen und den Song-Text gekonnt unterstreichen. Musik- und Bildebene werden insgesamt hervorragend verbunden, und die sehr eigenständige visuelle Annährung an den Song besticht durch Ideenreichtum, Timing und eine pointierte Erzählweise, die zwar zum Schmunzeln anregt, zugleich aber auch ein melancholisches Grundgefühl verströmt.

 

Kurzfilme 14 – 18 Jahre – Platz 1: „TAKE HEART!“ von Lilith Jörg

Jurybegründung: Ein bewegender Stop-Motion-Film über den Ausbruch aus der Monotonie und die Glück-versprechende Macht der Phantasie, der seinen Animationscharakter in detailreichen, ausdrucksstarken Bildern gleich in mehrfacher Hinsicht zum Leben erweckt. Der sehr aufwändige und gekonnt umgesetzte Animationsstil beeindruck nicht nur im Hinblick auf das junge Alter der Regisseurin – genauso wie das bewusste Spiel mit Perspektiven, der stimmige Einsatz von Kamerafahrten, die gute Montage, feinfühlige Vertonung und starke Dramaturgie. Ein reifer, liebevoll umgesetzter und lange nachhallender Kurzfilm eines jungen Ausnahme-Talents.

 

Kurzfilme 14 – 18 Jahre – Platz 2: „FEAR“ von Michael Olschewski

Jurybegründung: Der gekonnt inszenierte und dramaturgisch stark erzählte Film greift Elemente des klassischen Horrorfilms auf, interpretiert diese neu und setzt sie mit einfachsten Mitteln wirkungsvoll um. In Verbindung mit einer überzeugenden Kameraarbeit, einer schönen Montage und einer passenden Musikauswahl entsteht ein eindrücklicher Kurzfilm über die wichtige Konfrontation mit Ängsten und Traumata.

 

Kurzfilme 14 – 18 Jahre – Lobende Erwähnung: „DER PANTHER“ von Silas Neke

Jurybegründung: Eine interessante und eigenständige Gedichtverfilmung, der es in ihrer poetischen Bildsprache und feinfühligen Effekthandhabung gelingt, die Realität mit der Welt der Phantasie und Erinnerung verschmelzen zu lassen und im Betrachter Emotionen und Empathie zu erwecken. Ein wirkungsvoller, lange nachhallender Kurzfilm.

 

Kurzfilme 19 – 27 Jahre – Platz 1: „MEIN REBELLISCHES ICH“ von Elias Grünthal

Jurybegründung: Ein heiteres Kammerspiel über ein verunglücktes Date, dem es mit gutem Timing, starken Dialogen und einem großartigen Schauspiel gelingt, den Zuschauer mit den beiden Protagonisten fühlen, hoffen und leiden zu lassen. Die lustigen Streitgespräche mit dem jeweiligen Über-Ich sind eine originelle Idee, und insgesamt überzeugt der Film durch seine sehr gute Story und seine einfache, aber überaus effektive Umsetzung in Bild und Ton.

 

Kurzfilme 19 – 27 Jahre – Platz 2: „TAGESRHYTHMUS“ von Linda Verweyen

Jurybegründung: In authentischen Bildern und gut ausgewählten Situationen werden in dieser sehr eigenständigen Kurz-Doku Tagesabläufe von Menschen nebeneinandergestellt, die zunächst nichts miteinander zu verbinden scheint. Doch der Rhythmus des Soundtracks gibt nicht nur dem Film sein Rückgrat, sondern lässt auch die Alltagsrhythmen der sonst sehr diversen Protagonisten im mechanischen Gleichtakt erscheinen, dem sich niemand entziehen kann und der verschiedene Lebensrealitäten unweigerlich verbindet. Eine interessante Annährung an das Urmenschliche, und insgesamt ein überraschendes, minimalistisches Filmkonzept, das zum Nachdenken anregt – über den eigenen Tagesablauf und über das Leben vieler Menschen, denen man sonst nur flüchtig begegnet.

 

Publikumspreis: „KÖNIG“ von Emily Ufken

 

Sonderpreis “Demokratie (er)leben”: “EWIG GAST“ von Maximilian Karakatsanis

 

Sonderpreis Zonta-Club „Beste Regisseurin: „EVA“ von Julia Feige

 

Sonderpreis Evonik “Regionale Helden”: “LUKE_LONG“ von Laura Köhler & Leonard Mink