Siegerehrung

Aufzeichnung unserer "Digitalen Siegerehrung" vom 07.02.2021 mit dem Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky, unserem Schirmherrn Dominic Raacke, unseren Juroren, Unterstützern, Organisatoren und (last but not least) den Filmemacher*innen – moderiert von Dominique Macri. Danke an alle Beteiligten für diesen lebendigen Abschluss von JUNG & ABGEDREHT No.9!


Preisträger

Young Professionals – Platz 1: „FLÜGEL FÜR FINN“ von Tanja Kamp

 

Jury-Begründung: Der Film erzählt eine zutiefst persönliche Geschichte auf künstlerisch hochwertige Art und Weise und verarbeitet mit viel Herz ein nach wie vor unterrepräsentiertes Thema. Heraus kommt ein interessantes, intimes und emotionales Portrait eines jungen Menschen auf Identitätssuche, das durch seine hervorragende Kameraführung, seine packende Dramaturgie und sein starkes Rhytmusgefühl lebt. In Kombination mit einem perfekt gewählten Szenenbild, das auch inhaltlich zum Thema passt, entsteht ein echtes Gesamtkunstwerk, das nachhaltig beeindruckt.

 

Young Professionals – Platz 2: „DIE VERWALTUNG DES INTERNETS“ von Simon Schares

 

Jury-Begründung: Der Film inszeniert das Internet als Klischee einer bundesrepublikanischen Behörde und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Die unterhaltsame wie absurde Kurzkomödie lebt von ihren überzeugenden Darstellern und von ihrem hochwertigen und professionellen Szenen- und Kostümbild, das einen genauso authentischen wie skurrilen Retro-Charme vermittelt und die digitale Welt gekonnt kontrastiert. Ein humorvoller Film, der in Erinnerung bleibt.

 

Young Professionals – Lobende Erwähnung: „HEUCHELEIMILCH“ von Natalie Friedrich

 

Jury-Begründung: Die Filmemacherin zeigt in dieser genauso kritischen wie klamaukhaften Parodie Kenntnis und Gespür für die TV-Landschaft, ihre Konventionen und Absurditäten. Gängige Formate des Privatfernsehens werden scharf analysiert und in Kameraführung, Schnitt und Sounddesign gekonnt auf die Schippe genommen. Das Titelgebende Wortspiel und das starke Schauspiel sind buchstäblich „voll auf die 12“, sorgen für Lacher und kurzweilige Unterhaltung – dabei ist die provokante, politische Botschaft des Films immer präsent und regt den Betrachter zum Nachdenken an.

 

Musikvideos – Platz 1: “DIRTY ART CLUB – QUEEN PERSEPHONE” von Magalie Herter-Courbon, Bora Güler, Paul Dittmann, Richard Ley, Patrick Schroll & Jonathan Schubert

 

Jury-Begründung: Ein visuell bombastisches Musikvideo mit ikonographischen Bildern und szenischen Tableaus, die antike Assoziationen zulassen und in Verbindung mit der Handlung einen poetischen Dialog zwischen Musik und Bild herstellen. Die herausragende Kameraarbeit, das tolle Casting und die starke Inszenierung der Darsteller und Drehorte lassen die Sage der Persephone auf eigenständige Weise aufleben, wobei die Szenen in Verbindung mit der Musik auch an kultische Bewegungen der Moderne erinnern und genügend Interpretationsspielräume bieten. Ein Kunstwerk in Musikvideo-Form!

 

Musikvideos – Platz 2: „PAUL SIES – META PETER“ von Paul Sies

 

Jury-Begründung: Ein liebevoll-trashiges Musikvideo mit Kurzfilmcharakter, das die skurrilen Abenteuer eines scheinbar aus der Zeit gefallenen Superhelden zeigt und dabei durchaus selbstironisch eine Ode an die Hochkultur, den intellektuellen Tiefgang und das Analoge Zeitalter anstimmt. Musik- und Bildebene werden hervorragend verbunden, und der Film besticht durch Ideenreichtum, Timing, Darsteller-Casting und seine insgesamt sehr originelle und eigenständige Erzählweise – inklusive überraschend emotionalem Ende, das den Zuschauer auf der „Meta-Ebene“ packt, berührt und nachdenklich stimmt.

 

Musikvideos – Lobende Erwähnung: „MOUNT WINSLOW – FLOKATI“ von Steffen Ludwig 

 

Jury-Begründung: Ein durch und durch „stylisches“ Musikvideo mit tollen visuellen Effekten und einer herausragenden Arbeit mit Farben und Formen, dessen starke Kameraarbeit und Inszenierung von Räumen und Handlungen das Thema Eskapismus ausgezeichnet reflektiert und dabei viele gefühlvolle und assoziative Momente erschafft.

 

Amateure 14-18 Jahre – Platz 1: „DER EINBRUCH“ von Elias Grünthal

 

Jury-Begründung: Ein hintergründig-humorvolles Kammerspiel, dessen Dialog unaufgeregt scheint, aber Raum für große Absurdität und Komik bietet. Der Film besticht durch sein Gespür für Sprach- und Bildwitz, sein Timing, seine starke Schauspielerleistung und seinen guten Schnitt. Insgesamt eine unterhaltsame Sozialsatire, die in Inhalt und Form erfolgreich an die großen Humoristen des letzten Jahrhunderts anknüpft.

  

Amateure 14-18 Jahre – Platz 2: „QUARANTÄNE“ von Felix Lagers

 

Jury-Begründung: Der Film beschäftigt sich eindringlich mit den Folgen des Corona-Lockdowns und erzeugt dabei mit einfachen Mitteln eine beklemmende Atmosphäre. Gut gelungen ist das emotionale „Ich-Erzählen“ des Filmemachers, der die Unsicherheiten und Sehnsüchte einer Existenz im Isolationszustand gekonnt aufgreift und der seine Geschichte in nur einer Minute auf den Punkt bringt. Insgesamt ein sehr persönlicher Kurzfilm, der sich dicht am Puls der Zeit bewegt und zum Nachdenken anregt.

 

Amateure 14-18 Jahre – Lobende Erwähnung: „EVOLUTION“ von Silas Neke 

 

Jury-Begründung: Der Film reflektiert ein aktuelles und wichtiges Thema auf sehr eigenständige und kreative Weise. Mit einem Mix aus Animations- und Realfilm und einer dynamischen Kameraarbeit wird die Geschichte visuell spannend und filmtechnisch herausfordernd erzählt. Insgesamt ein ideenreicher und gelungener Kurzfilm – nicht zuletzt auch im Hinblick auf das junge Alter der Filmemacher.

 

Amateure 19-27 Jahre – Platz 1: „LAKUNE“ von Hoang Quynh Nguyen

 

Jury-Begründung: Eine mutige und zutiefst einfühlsame Transformationsgeschichte, die leise und dabei umso eindrücklicher ist, und die in wenigen Bildern und Worten einen intensiven Einblick in das Seelenleben ihrer Protagonistin ermöglicht. Die hervorragende Inszenierung und Schauspielerführung, die passend zurückhaltende Musik, die emotional starken Nahaufnahmen und die sensible Kamera- und Schnitt-Arbeit zeichnen diesen berührenden und bewegenden Kurzfilm aus, der ein schwieriges Thema eindrücklich erfasst und der lange nachhallt.


Amateure 19-27 Jahre – Platz 2: „DER ZUG“ von Oliver Nack

 

Jury-Begründung: Ein innovativer, unterhaltsamer und kluger Kurzfilm, der gekonnt mit Worten, Bildern und Perspektiven spielt. Seine experimentelle Erzählform, sein gutes Timing und seine zahlreichen Wendungen haben starke Sogwirkung, fesseln und überraschen bis zum Schluss. Zentral ist dabei das gut getextete Voice Over, das den Blick des Zuschauers lenkt und immer neue Verbindungen und Geschichten herstellt. So wird mit dem Film nicht zuletzt auch das filmische Erzählen selbst reflektiert.

 

Amateure 19-27 Jahre – Lobende Erwähnung: „WIR MÜSSEN REDEN“ von Henri Päffgen

 

Jury-Begründung: Ein Thema, das selten verfilmt wird und allein dadurch schon großes Interesse weckt – und ein außergewöhnlicher Film, dem es gelingt, ein inneres Gefühl visuell zu vermitteln, was besonders herausfordernd und schwierig ist. Eine eigenständige wie eindrückliche Bild- und Tongestaltung und ein gutes Schauspiel ermöglichen es dem Zuschauer, eine Nähe zur Hauptfigur herzustellen und die Botschaft des Films emotional zu erfassen. Insgesamt ein genauso einfühlsamer wie innovativer Kurzfilm.

 

Publikumspreis: „VON AMIR UND DEM TOD“ von Martin-Oliver Czaja & Wilke Könken

 

Sonderpreis “Demokratie (er)leben”: “SCHWARZWEIß“ von Anna Weiß

 

Sonderpreis Zonta-Club „Beste Regisseurin: „THIS IS AN INVITATION“ von Catherin Schöberl

 

Sonderpreis Evonik “Regionale Helden”: “LOVE ET AL“ von Alison Burns