And the winners are...

Young Professionals – Platz 1: „DECEL“ von Marius Lübke

 

Ein gefühlvolles Psychogramm eines in die Jahre gekommenen Popstars. Ein humorvoller Höllenritt voller melodramatischer Untertöne, pendelnd zwischen leichter Heiterkeit und schwerer Melancholie. Ein herausragend gut gezeichneter und inszenierter Animationsfilm mit einer genialen Dramaturgie und einer starken Vertonung, dem das Kunststück gelingt, ein komplexes psychologisches Thema in kürzester Zeit greifbar zu machen und der berührt, unterhält und bewegt.

 

Young Professionals – Platz 2: „STILL FEBRUARY“ von Anja Ryzhkova

 

Ein einzigartiger, symbolisch aufgeladener Animationsfilm in einem ästhetisch herausragenden Gewand, der sein Publikum von Anfang bis Ende in Spannung versetzt, das Gefühl kollektiver Erschütterung greifbar und den Schockzustand im Trauma des Krieges emotional nachvollziehbar macht. Die grandios gestalteten Animationen, das hervorragende Spiel mit Vorder- und Hintergrund, das starke Sound-Design und ein kreativ beeindruckendes Gesamtkonzept machen den Film zu einer eindrücklichen visuellen Parabel über die existentielle Ohnmacht und den Drang zum nackten Überleben im Angesicht plötzlicher, übermächtiger Zerstörung.

 

Musikvideos – Platz 1: „!REAL SPIRIT! CAUGHT ON TAPE“ von Kai Sieber

 

Ein Musikvideo im Gewand eines Kurzfilms, das die düstere Grundstimmung seines Songs nahezu perfekt einfängt und im rauhen VHS-Look Themen wie digitale Obsession und emotionale Isolation visualisiert. Die surrealen Kulissen und die dunkle Lichtstimmung erzeugen ein klaustrophobisches Gefühl des Gefangenseins, und die starken Effekte, die hektischen Schnitte und die unruhige Kameraführung unterstreichen gekonnt die musikalische Dynamik der Musik. Insgesamt ein herausragendes Musikvideo, das viel mehr als schmückendes Beiwerk zum Song ist und das Lebensgefühl einer emotional erschöpften Generation perfekt konserviert.

 

Musikvideos – Platz 2: „BESSER“ von Ashe Schaub

 

Die Bildsprache des Musikvideos unterstreicht hervorragend die Textebene des Songs und bebildert ausdrucksstark Themen wie queere Identität, Antifaschismus und Kritik an der klassischen Rap-Szene. Die interessante Mischung aus Animation und Realfilm und die Anwendung von verschiedenen Seitenverhältnissen sind einfallsreich, und das starke Grading, das gute Set- und Kostümdesign und nicht zuletzt auch die gekonnt eingesetzten Paper-Animationen sorgen insgesamt für ein herausragendes visuelles Gewand.

 

Kurzfilme 14-18 Jahre – Platz 1: „WENN WIR FALLEN“ von Kaya Melüh

 

Ein stark fotografierter und toll ausgeleuchteter Kurzfilm, der authentisch und ungeschönt erzählt, wie erdrückend gesellschaftliche Erwartungshaltungen auf junge Menschen wirken können. Dabei nutzt er das klassische Ballett gekonnt als visuelles Werkzeug: Die vermeintliche Leichtigkeit des Tanzens steht im krassen Kontrast zur inneren Zerrissenheit und den lähmenden Selbstzweifeln der Protagonistin. Besonders hervorzuheben ist das Engagement und die Dreifachrolle der genauso jungen wie talentierten Filmemacherin, die das Drehbuch geschrieben, die Regie geführt und die Hauptrolle gespielt hat, was selbst für erfahrende Filmschaffende eine große Herausforderung darstellt.

 

Kurzfilme 14-18 Jahre – Platz 2: „DEAD BLUFF“ von Simon Rubbert, Henry Maier & Nikolai Smodis

 

Ein actionreicher Kurzfilm im Gewand eines Musikvideos – stark gedreht, gut geschnitten und mit einem hervorragenden Timing. Die gekonnt trashige Inszenierung, die gut ausgewählten Drehorte und die tollen Kostüme verleihen der Story eine markante visuelle Note, und die turbulente Handlung lässt das Publikum bis zum Schluss aufgeregt mitfiebern.

 

Kurzfilme 19-27 Jahre – Platz 1: „FRISCH GESTOCHEN“ von Soph Gartner

 

Ein berührender Kurzfilm, der das klassische Thema des Generationenkonflikts in die Moderne transportiert und durch sein intensives, komprimiertes Storytelling überzeugt. Indem sich die Erzählung auf den psychologischen Konflikt zwischen Vater und Tochter fokussiert und sich ohne ablenkende Handlung oder unnötige Kulissenwechsel voll und ganz auf die Dialogführung konzentriert, entsteht allein aus der Dynamik der beiden Charaktere eine intensive Spannung, die durch eine starke Kamera, ein glaubwürdiges Schauspiel und einen feinfühligen Schnitt unterstrichen wird.

 

Kurzfilme 19-27 Jahre – Platz 2: „WAS WÜRDE … SAGEN?“ von Jasmin Dilshener

 

Ein surreales Gedankenexperiment, das in einem dichten Kammerspiel vier historische Persönlichkeiten mit einem hochaktuellen Menschheitsthema konfrontiert. Die genauso provokante, wie tiefgründige Gegenüberstellung der Charaktere und deren Auswahl im Hinblick auf verschiedene Perspektiven der modernen Gesellschaft machen den Film zu einer sehr eigenständigen und hoch kreativen Reflexion zum Thema Künstlichen Intelligenz. In Verbindung mit einem starken Schauspiel, einem hervorragenden Bühnenbild und einer gekonnten Lichtsetzung entsteht ein beeindruckender Arthouse-Film, der nachhaltig bewegt und zum Nachdenken anregt.

 

Publikumspreis: „MAGNOLIE“ von Doria Nollez

 

Sonderpreis Zonta-Club "Beste Regisseurin": „BABEL“ von Lena Majewska

 

Sonderpreis "Demokratie": „AIRTIGHT“ von Egzona Fetahaj & Mert Bimpasi

 

Sonderpreis Evonik "Regionale Helden": „STILLE STIMMEN“ von Leonie Schäfer

 

Lobende Erwähnung der Jury: „LEAP“ von Neo Klinger

 

Lobende Erwähnung der Jury: „BABEL“ von Lena Majewska