Hier findest Du alle Filmbeiträge zu JUNG & ABGEDREHT No. 13, aufgeteilt in unsere Wettbewerbs-Sektionen und Sonderprogramme. Da wir wieder als Hybrid-Festival laufen, kannst Du Dir die Filme entweder am 29. Juni 2025 auf der großen Kinoleinwand im Kinopolis anschauen oder sie vom 22. bis 29. Juni 2025 über unsere OnDemand-Seite streamen. So oder so erwarten Dich herausragende Kurzfilme, spannende Frage-Antwort-Sessions mit den Filmemacher*innen, ein buntes Rahmenprogramm und ganz viel Herzblut für die junge Filmszene!
„Ver-Arbeitet" | Asra Jones, 25. In einem dystopischen Zukunftsszenario wird eine Frau an ihrem 67. Geburtstag für ihre lebenslange Arbeitsleistung geehrt. Sie blickt auf Ihr Leben zurück und beginnt den Sinn der Arbeit und ihre Rolle darin zu hinterfragen.
„09.01.Berkovich" | Anya Ryzhkova, 26. Ein bewegender Animationsfilm, basierend auf einer aufrüttelnden Rede der Theaterregisseurin Evgenia Berkovich, die seit Mai 2023 wegen „öffentlicher Aufrufe zum Terrorismus“ in einem russischen Gefängnis sitzt.
„The Thin Line“ | Jaki Dell´Oro, 23. Während der wöchentlichen Besuche seiner Tochter verliert sich ein demenzkranker Mann zunehmend in einem Labyrinth aus fragmentierten Erinnerungen. Gegenwart entgleitet ihm, Vergangenheit wird Realität.
„Spiritus" | Juliette Schminke, 24 & Antoine Freuchet, 27. Der Trickfilm stellt die verrückten Begegnungen dar, die man in der Großstadt erleben kann. Jeder denkt und sagt, was er will, was zum einen Faszinationen hervorruft, aber auch unberechenbar sein kann.
„Sechshundert Warm" | Oskar Stolovits, 23. Ein sexuell sehr aktives Paar will das BDSM-Zimmer seiner WG untervermieten. Doch der Termin mit einem möglichen Mitbewohner mündet schnell in eine Katastrophe und lässt die beiden ihre Sexualität hinterfragen.
„Kettenbaggeropa“ | Anna Sachstetter, 22. Ein Dokumentarfilm als fesselnder Road-Trip, in dem sich die Autorin auf die Suche nach ihrem verschollenen Großvater macht – und schließlich erkennt, wie sein Leben auch ihres beeinflusst hat...
„Waltraud White“ | Kea Lange, 27. Altersarmut – eine versteckte Krise, die unzählige Menschen in Deutschland betrifft. Was tun, wenn die Rente kaum für die Grundbedürfnisse reicht? Waltraud White kommt auf eine ganz besondere Idee...
„Vater der Gurken“ | Birte Rauch, 27 & Samira Rehmert, 23. Eine deutsch-syrische Familie begibt sich auf die Reise nach Aleppo, um in die Heimat des Vaters zurückzukehren. Die animierte Doku erzählt ihre Geschichte – nah, bewegend und überraschend.
„Die Grüne Hölle von Berlin“ | Antonia Walther, 27. Eine feinfühlige, experimentelle Doku über den Star-Fotografen und Ausnahmekünstler Edgar Herbst, der lange in der Welt der Schönen und Reichen lebte, der er sich heute konsequent verweigert.
„Moonlight Radio“ | Johanna Zschiebsch, 25. Eigentlich wollte er nur seine Cornflakes löffeln. Doch plötzlich stolpert der penible Stan mit fleckigem Pyjama ins Spotlight einer Fernsehshow, die seine zahlreichen Makel feiert. Ist alles nur ein Traum?
„Primetime“ | Jakob Wehner, 23 & Katharina Alt, 23. Die Zwanziger sind voller Möglichkeiten, geprägt von der Erwartungshaltung, dass noch Großes kommt. Aber was, wenn man seine "Primetime" schon verpasst hat? Artist Ducky T. sucht nach Antworten.
„Alles hat seine Zeit“ | Felix Finken, 23. Das Musikvideo erzählt entspannt und voller Leichtigkeit von der Melancholie des Abschieds. Von letzten Gesprächen, Küssen und Zigaretten – und von der Lust nach neuen Abenteuern...
„There´s You“ | Lasse Kuhl, 23. Bomben, Explosionen, gesprengte Hakenkreuze – mit einem Mix aus digitalen und analogen Effekten illustriert das Musikvideo den politischen Text seines Songs in einer eindrücklichen Cross-Media-Collage.
„Meine Haut“ | Philip Schimpl, 24. Noah will sich im Sommer auf einer Wiese entspannen, als sich plötzlich der Boden unter ihm auftut und er in eine surreale Traumwelt fällt. Dort verliert er sich selbst und bleibt bald nur noch als leere Hülle zurück...
„Vagabond“ | Laura Köhler, 25. Emi verdient ihren Lebensunterhalt mit Ladendiebstählen. Als sie dabei auf ein einsames Mädchen stößt, wird sie scheinbar mit einer jüngeren Version von sich selbst konfrontiert, und es entsteht eine tiefe Verbundenheit.
„Clean Meat“ | Victor Scholz, 17. Ein Start-Up verkauft Laborfleisch – aus menschlichen Zellen! Die Nachfrage ist unersättlich, die Verkaufszahlen schießen in die Höhe, aber die Produktion stockt. Schnell wird klar: Mehr Menschenfleisch muss her...
„K.I.“ | Julian Schreiner, 14. Laura hat einen selbstgebastelten Roboter, der mit Hilfe von KI zum Leben erwacht. Schnell gerät einiges in Bewegung, und schließlich versucht der Roboter eigenständig, die Probleme der Welt auf ganz besondere Art zu lösen...
„Grünflächen“ | Noah Bösel, 18. Als Linda am Grab ihres Vaters von einem Friedhofswärter gestört wird, beschließt sie ihn zu konfrontieren. Doch der störrische Maik will sich nichts sagen lassen, und es beginnt ein Kampf um die Hoheit über den Friedhof.
„Vergissmeinnicht“ | Kaya Melüh, 16. Klara hat ihre beste Freundin Ella durch einen tragischen Unfall verloren. Um den Tod ihrer Freundin besser verarbeiten zu können, möchte sie sich an Ella zurückerinnern. Das scheint jedoch unmöglich zu sein...
„Entscheidend sind die Menschen“ | Jasper Vattrodt, Maarten Kißler, Frieda Müller, Kaya Brockes & Sarah Isik, 18. Der Film dokumentiert eine marode Gesamtschule 50 Jahre nach ihrer Eröffnung – im Stil eines satirischen Imagefilms.
„Der Charakter“ | Linnja Teistler, 16. Ein Mädchen durchläuft verschiedene Identitäten und hinterfragt, ob sie ihr eigenes Leben bestimmt oder nur eine Rolle spielt, die von ihr erwartet wird. Ist das Leben wie ein Film? Und wer führt eigentlich die Regie?
„Freud“ | Ruben Leander Bühring, 21. Maya hat nie wirklich existiert. Sie hat nur halb existiert. Was wäre, wenn FREUD nicht eingegriffen hätte? Ein richtungsweisender Gerichtsprozess diskutiert energisch die Befugnisse von KI in der Psychotherapie...
„Theatre of Existence“ | Tim Friederich, 21. Eine junge Frau findet sich plötzlich auf einer Theaterbühne wieder. Sie wird Teil einer verstörenden Inszenierung, die Realität und Fiktion verschmelzen lässt – und an Grenzen zwischen Wahn und Erkenntnis führt.
„Auf Achse“ | Paul Pietrek, 24. Die Kurz-Doku rollt durch die Generationen und zeigt, dass ein Shopping-Trolley mehr sein kann als nur eine praktische Einkaufshilfe. Eine Ode an einen Gebrauchgegenstand, der überall zu sehen ist, aber selten gewürdigt wird.
„Kristallkind“ | Jasmin Dilshener, 22. Nach dem Tod ihrer Tante findet sich die junge Juno in einer surrealen Leere wieder – einem endlosen Raum voller Erinnerungen, Ängsten und Sehnsüchten, in dem plötzlich eine mysteriöse Gestalt erscheint...
„Abyss“ | Neo Klinger & Sophie Gartner, 19. In einer Stadt schlägt ein Objekt ein, das einen Countdown startet. Die Existenz der Bevölkerung scheint gefährdet. Bald zeigt sich, wie gravierend menschliche Arroganz im Angesicht der Katastrophe sein kann.
„Was I Easier to Love?“ | Kaya Hansen, 24. Durch ein Lied findet eine queere chinesisch-amerikanische Tochter Worte für die Liebe und Distanz zu ihrer Mutter. Auf der Suche nach sich selbst ringt sie mit kulturellen Erwartungen und ihrer Identität.
„Cooking frogs in warm water“ | Kyra Krall, 24. Von einer Freundin mit der Kamera begleitet kehrt eine junge Frau in ihre Heimatstadt Hongkong zurück und stellt schmerzvoll fest, dass sich das Leben in der einst freien Metropole dramatisch verändert hat.
„Weisser Riese“ | Lotte Luzie Schäfer, 22. Jung, queer, frei – Die Erzählung eines augenscheinlich glamourösen, glücklichen jungen Mannes. Doch wer profitiert von dieser Darstellung? Und was hat ein Waschmittel damit zu tun?
„Mimikry“ | Darya Julaie Dastjerdi, 21. Die Geschichte einer erzwungenen Verwandlung. Eine junge Frau mit Migrationshintergrund wird genötigt, ihre „ausländischen Merkmale“ zu verstecken. Doch das Verändern ihres Äußeren reicht nicht aus...
„Coward“ | Meta Gärtner, 20. Der alkoholkranke Levi befindet sich in Therapie und berichtet dort von einem Gewaltvorfall. Es stellt sich die Frage nach Schuld. Aber wie schuldig kann man sein, wenn man nicht mehr Herr seiner Sinne ist?
„Waterworld“ | Niklas Walg, 22. Das Musikvideo thematisiert die Welt der künstlichen Intelligenz und lädt ein, in faszinierende surreale Szenerien einzutauchen. Eine sinnliche Reise in geheimnisvolle und bizarre Sphären der Technologie...
„In the blink of an eye“ | Alena Fleischmann, 27. Zwei junge Frauen durchleben differenzierte Momente einer gescheiterten Beziehung: Das Kennenlernen, Zusammenwachsen, Auseinanderfallen – und das Wiedersehen nach der Trennung.
„Biscuit Box“ | Asya Üncü, 18. Der Animationsfilm zeigt eine hungrige Katze, die sich zur Geisterstunde einen Snack in einer Keksbox erhofft. Doch die "Biscuit Box" ist von einem Geist besessen, der die Katze vor ungeahnte Herausforderungen stellt...
„Hanautopia“ | Div. Hanauer Jugendliche. "In meiner perfekten Welt..." – Hanauer Jugendliche beschreiben eine Utopie: Eine Welt ohne Ausgrenzung, Rassismus und Hass. Entstanden im Projekt "spots." der Deutschen Filmakademie.
Der Zonta-Club Hanau rückt auch diesmal wieder den weiblichen Filmnachwuchs in den Fokus und prämiert aus allen Wettbewerbsbeiträgen eine Filmemacherin für die beste Regie oder Produktion. Der Sonderpreis wird von einer eigenen Jury vergeben und im Rahmen unserer Siegerehrung am 29.06.2025 verliehen.
Nominiert sind alle Filme aus den vier Wettbewerbs-Sektionen und dem Programm "Regionale Helden", bei denen eine junge Filmemacherin die Regie geführt oder die Produktion realisiert hat. Der Sonderpreis ist dotiert mit 1.000,00 €.
Mit dem Preis will sich der Zonta-Club dafür einsetzen, die Rolle von Frauen in der nach wie vor männlich deminierten Filmwelt zu stärken, und wir sind glücklich und stolz, dass wir auch diesmal wieder so viele starke Filmemacherinnen im Programm haben!
Mit unserem Sonderpreis "Demokratie (er)leben" wollen wir gesellschaftlich engagierte Filmemacher*innen würdigen, die sich für Demokratie, Vielfalt und Toleranz stark machen. Der Sonderpreis wird von einer eigenständigen Jury im Rahmen unserer Siegerehrung am 29.06.2025 im "Kinopolis" verliehen. Folgende Filme sind nominiert:
Der Sonderpreis wird gefördert vom Haus für Demokratie und Vielfalt in Hanau, das das Preisgeld in Höhe von 1.000,00 € stiftet.
Sektion „Young Professionals“ – Platz 1: „09.01.BERKOVICH“ von Anja Ryzhkova
Jurybegründung: Eine sehr kreative und gefühlvolle Auseinandersetzung mit einem drängenden Text, der im Mittelpunkt dieses herausragenden Animationsfilms steht. Visuell an eine
Punk-Ästhetik angelehnt, die seit „Pussy Riot“ assoziativ mit der Opposition gegen Putins Herrschaft in Russland verbunden ist, entwickelt die ausdrucksstarke Bildebene einen Sog, der die
Zuschauer in die Geschichte hineinzieht – ebenso wie die gekonnt gesetzten Hintergrundgeräusche aus dem russischen Strafvollzug. Das wunderbare Spiel mit Vorder- und Hintergrund, die gefühlvolle
Musik- und Tonmischung und ein insgesamt starkes Gesamtkonzept machen den Film zu einem künstlerisch eindrücklichen Appell gegen Autokratismus und Machtmissbrauch.
Sektion „Young Professionals“ – Platz 2: „VATER DER GURKEN“ von Birte Rauch & Samira Rehmert
Jurybegründung: Eine sehr persönliche Familiengeschichte. Ein Zeugnis von beeindruckenden Lebensentscheidungen und einer außergewöhnlichen Migrationsgeschichte – denn im
Gegensatz zu dem, was im westlichen Kontext oft unter Migration verstanden wird, wandert eine deutsch-syrische Familie nach Aleppo aus und wird dort heimisch. Der dokumentarische Animationsfilm
überzeugt mit seiner gefühlvollen Erzählweise, seinem reduzierten, aber ausdrucksstarken Charakter-Design und seinem Collagen-artigen Spiel mit Ebenen. Und auch die gut abgestimmte Farbgebung und
eine passende musikalische Untermalung tragen dazu bei, dass „Vater der Gurken“ zu einem künstlerisch starken zeitgeschichtlichen Dokument wird.
Sektion „Kurzfilme 14 - 18 Jahre“ – Platz 1: „ENTSCHEIDEND SIND DIE MENSCHEN“ von Frieda Müller, Maarten Kißler, Jasper Vattrodt, Kaya Brockes & Sarah
Isk
Jurybegründung: Ein satirischer, kurzweiliger und überaus komischer Anti-Imagefilm, der negative Zustände positiv darstellt und den Verfall einer Schule als Fortschritt verkauft.
In all seiner Ironie und seinem humorvollen Sarkasmus vermittelt der Film aber auch eine ernsthafte Erkenntnis, die schon der Filmtitel andeutet: Entscheidend sind die Menschen. Diese Botschaft
verleiht der Erzählung Tiefe und Gefühl, und die Menschen vor und hinter der Kamera haben gemeinsam einen unterhaltsamen wie hintergründigen Film erschaffen, der mit starken Texten, symbolreichen
Bildern und einem tollen Schauspiel überzeugt. Ein großes Kompliment für diese herausragend kreative Gemeinschaftsproduktion!
Sektion „Kurzfilme 14 - 18 Jahre“ – Platz 2: „VERGISSMEINNICHT“ von Kaya Melüh
Jurybegründung: Ein bewegender Text über die kleinen Dinge, die von einem verlorenen Menschen übrigbleiben. Eine starke Inszenierung des Fehlenden: die leere Tasse, die zweite,
leere Schaukel, das Feld mit Raureif, die Stille der Erinnerungsversuche beim Nachdenken. Und eine Auflösung, die überrascht und ein noch eher unbekanntes Thema in den Fokus rückt. Aber auch ohne
die Krankheit „Aphantasie“ würde dieser beeindruckende Kurzfilm funktionieren und die Verlustgefühle eindrücklich darstellen – nicht zuletzt durch seine gute Kameraarbeit, seinen feinfühligen
Schnitt und sein tolles Schauspiel. Ein mutiges Werk, das gleich zwei schwere Themen behandelt und in Inhalt und Form lange nachhallt.
Sektion „Kurzfilme 14 - 18 Jahre“ – Lobende Erwähnung der Jury: „K.I.“ von Julian Schreiner
Jurybegründung: Eine humorvolle wie hintergründige Auseinandersetzung mit einem Thema, das in naher Zukunft immer wichtiger werden wird. Ein Roboter erwacht mittels K.I. zum
Leben, löst spielerisch die Probleme der Welt und schlägt nebenbei eine radikale Lösung gegen den Überkonsum von Medien vor. Die clevere Geschichte und starke Dramaturgie des Films werden mit
schönen Bildern, einer gelungenen Vertonung und tollen digitalen wie analogen Effekten untermalt, wobei hervorzuheben ist, dass alle Film-relevanten Arbeiten – bis auf das Schauspiel – vom
Filmemacher selbst durchgeführt wurden, was insbesondere im Hinblick auf sein junges Alter beeindruckt. Ein unterhaltsamer Kurzfilm eines talentierten Jungfilmers, dessen weiteren Werdegang wir
gespannt verfolgen…
Sektion „Kurzfilme 19 - 27 Jahre“ – Platz 1: „WAS I EASIER TO LOVE?“ von Kaya Hansen
Jurybegründung: Ein sehr persönlicher und mutiger Film über eine junge Chinesin aus Schanghai, die mit dem Bekenntnis ihrer Liebe zu einer Europäerin bewusst mit den
Rollenerwartungen ihrer Mutter und der chinesischen Gesellschaft bricht. Der sensible autobiographische Text trifft auf ausdrucksstarke Bilder und ein gefühlvolles Spiel mit Musik, kunstvoll
verwoben zu einem dokumentarischen Kurzfilm, der die Intimität zwischen seiner Protagonistin und der Filmemacherin verströmt und zur Ode an die Liebe und das Leben wird. Ein bewegender, Mut
machender Appell, zu unseren Gefühlen und unserem Menschsein zu stehen – gegen alle Erwartungen, die die Familie oder die Gesellschaft an uns stellt.
Sektion „Kurzfilme 19 - 27 Jahre“ – Platz 2: „FREUD“ von Ruben Leander Bühring
Jurybegründung: Ein brandaktuelles Thema. Die KI als Psychotherapeut – kann das gut gehen? Der Kurzfilm erzählt eine packende Story, die Schlupflöcher für verschiedene
Interpretationen lässt und die Zuschauenden zum Mitdenken und Weiterdiskutieren herausfordert. Dabei glänzt der Film mit einer überaus gelungenen Inszenierung und Dramaturgie, mit überzeugenden
Darstellern, einer starken Kamera und einem guten Schnitt-Rhytmus. Und am Ende steht eine Auflösung, die lange im Gedächtnis nachhallt. Freud 2.0 – die Zukunft ist jetzt.
Sektion „Kurzfilme 19 - 27 Jahre“ – Lobende Erwähnung der Jury: „KRISTALLKIND“ von Jasmin Dilshener
Jurybegründung: Eine beeindruckende Erzählung vom Gewinn, der aus der Akzeptanz des Verlustes erwächst – denn aus der Überwindung von Angst und Abwehr vor dem Tod entsteht eine
neue Verbindung zur verlorenen Person. „Kristallkind“ visualisiert kunstvoll ein schwieriges Thema, besticht auf der Bild-, wie auf der Textebene durch seine starke Poesie und überzeugt zudem mit
einem gelungenen Soundtrack, präzise eingesetzten Ton-Effekten, einem guten Schauspiel und gekonnt eingesetzten Visual Effects, die nie übertrieben wirken und gut in die Traumwelt der Erzählung
führen. Insgesamt ein sehr eigenständiger und feinfühliger Kurzfilm, der zum Nachdenken anregt.
Sektion „Musikvideos“ – Platz 1: „ALLES HAT SEINE ZEIT“ von Niklas Reinfelder & Felix Finken
Jurybegründung: Eine minimalistisch inszenierte Coming-Of-Age-Story. Eine Erzählung im authentischen Retro-Look, die teils an einen Heimatfilm aus den 80ern erinnert. Ein
entspanntes, wie packendes Musikvideo, in dem die Band und ihr Spiel den roten Faden in den chronologischen Stationen der Geschichte bildet. „Alles hat seine Zeit“ ist mehr, als man auf den
ersten Blick denkt und besticht durch seine herausragende Kamera, sein kreatives Grading und sein starkes Location-Scouting. Die sympathisch wirkenden Darsteller*innen haben großes
Identifikationspotential, die Band kann sich auf der Bildebene unaufdringlich in die Erzählung einschmiegen, und über allem schwebt eine gefühlte Erkenntnis: In der Ruhe liegt die Kraft.
Sektion „Musikvideos“ – Platz 2: „PRIMETIME“ von Jakob Wehner & Katharina Alt
Jurybegründung: Eine originelle Auseinandersetzung mit der Angst vor der Monotonie des Lebens. Die authentische Inszenierung des Musikers „Ducky T.“ nimmt uns mit auf eine
existenzielle Sinnsuche im Rahmen einer „Quarterlife-Crisis“. Das düstere Setting kontrastiert ausdrucksstark und auf ironische Weise den humorvollen Songtext, der Rhythmus der Bilder harmoniert
hervorragend mit dem der Musik. Das starke Schauspiel, der gelungene Schnitt und das stimmige Kostümbild machen das in Inhalt und Form herausragende Musikvideo komplett.
Publikumspreis:
„KETTENBAGGEROPA“ von Anna Sachstetter
Sonderpreis „Demokratie (er)leben“:
„ABYSS“ von Neo Klinger & Sophie Gartner
Sonderpreis Zonta-Club „Beste Regisseurin“:
„VATER DER GURKEN“ von Birte Rauch & Samira Rehmert
Sonderpreis Evonik „Regionale Helden“:
„MIMIKRY“ von Darya Julaie Dastjerdi